Die Forschungspartnerschaft Geschlechtsunterschiede in der chirurgischen Onkologie (SAGE PSP) sucht die wichtigsten Forschungsfragen zu geschlechtsspezifischen Unterschieden bei Krebsoperationen im Bauchraum – mit dem Ziel, die Versorgung von Patientinnen und Patienten gleichermaßen zu verbessern.
Krebserkrankungen im Bauchraum – beispielsweise des Magen-Darm-Traktes, der Bauchspeicheldrüse, Leber oder in den Gallenwegen – gehören in Deutschland zu den häufigsten Krebsarten. Jedes Jahr erkranken rund 55.000 Menschen an Darmkrebs, etwa 16.000 an Magenkrebs und über 20.000 an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Eine Heilung dieser Krebserkrankungen ist nur durch eine Operation, meist kombiniert mit einer Chemotherapie, möglich. Der chirurgische Behandlungspfad umfasst hier nicht nur die Operation selbst, sondern auch die Entscheidungsfindung, Vorbereitung und Versorgung nach dem Eingriff. An diesem Ablauf sind unter anderem Ärzte/ Ärztinnen, Pflegekräfte sowie natürlich Patienten/ Patientinnen und deren Familien und Angehörige beteiligt. Aspekte wie Vorerkrankungen, das Patientenalter oder die Expertise der Klinik können die Behandlungsergebnisse beeinflussen.
Neue Studien zeigen, dass auch das Geschlecht einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung von Krebserkrankungen als auch den Therapieverlauf haben kann. Männer und Frauen unterscheiden sich zum einen biologisch – beispielsweise in der Anatomie und in ihrer Immunabwehr oder in der Art, wie ihr Körper Medikamente verarbeitet – als auch im Umgang mit Krankheit und dem Zugang zur medizinischen Versorgung.
Diese Unterschiede sind auch für die chirurgische Behandlung relevant, jedoch fehlen grundlegende Daten, um sie umfassend zu verstehen und in der Praxis berücksichtigen zu können. Deshalb ist es wichtig, dass alle relevanten Gruppen in die Entwicklung der wichtigsten Forschungsfragen zu diesem Thema einbezogen werden.
Die Steering Group bzw. Lenkungsgruppe der Forschungspartnerschaft Geschlechtsunterschiede in der chirurgischen Onkologie besteht aus 13 Personen, welche gemeinsam alle Schritte der Forschungspartnerschaft begleiten. In diesem Gremium sind alle wichtigen Interessensgruppen vertreten. Insgesamt sind 6 Patient:innen und 7 medizinische Fachkräfte aus den Bereichen Chirurgie, Onkologie, Anästhesie, Psychoonkologie, Pflege und Physiotherapie vertreten.
Dr. Magdalena Holze
Prof. Dr. Rosa Klotz
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie,
Universitätsklinikum Heidelberg
Jens Notheis
Dr. Solveig Tenckhoff
Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC)
Prof. Dr. André Mihaljevic
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Tübingen
Colette Dörr-Harim
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Heidelberg
Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC)
Im Neuenheimer Feld 130.3
69120 Heidelberg
Kontakt: sdgc@med.uni-heidelberg.de